Donnerstag, 12. Juni 2014
Heute Morgen musste ich nicht wie sonst mit meiner Schwester früh morgens in Richtung der Stadt gehen um Fisch zu kaufen. An anderen Tagen stehen wir noch vor der Sonne auf und laufen die sechs Kilometer zum Markt. Dort, so hat uns unsere Mutter beigebracht, müssen wir nach bestimmtem Fisch Ausschau halten. Er darf nicht zu frisch sein, weil der zu teuer ist. Er darf aber auch nicht zu alt sein, weil wir den sonst nicht weiterverkaufen können. Er wäre bis zum Abend verdorben. Ich bin sehr gut darin, den richtigen Fisch zu finden. Meine Schwester kann besser handeln, aber ich bin diejenige, die den Fisch findet. Das mache ich ungefähr seitdem ich sechs bin. Als mich meine Mutter heute Morgen geweckt hat war alles anders. Mit Schrecken habe ich festgestellt, dass meine Schwester bereits weg war und wollte mich bereits entschuldigen. Doch Mama hat nur gelächelt und mir über den Kopf gestrichen. Keine Sorge hatte sie gesagt. Ich habe dich extra ausschlafen lassen. Dann gab sie mir mein Kleid. Es war frisch gewaschen wie ich erstaunt feststellte. Sie musste es gestern Nacht gemacht haben, erst habe ich mich gefreut, aber dann sah ich, dass ihr Kleid noch schmutzig war. Sie wusch sonst immer alles auf einmal. Ein ungutes Gefühl stieg in meinem Bauch auf, als ich verstand, dass etwas anders war als sonst. Auch wenn meine Mutter lächelte wirkte sie komisch. Ich stand auf und durfte mich in aller Ruhe waschen. Mama hatte mir extra eine Schüssel mit Wasser hingestellt. Auch das war anders als sonst. Das letzte Mal hatte sie das gemacht, als wir meinen Vater gefragt haben, ob ich zur Schule gehen dürfte.
Als ich Sechs war hatte sie mich wie heute später aus dem Bett geholt und besonders schön herausgeputzt. Sie hatte auch damals so traurig gelächelt. Als hätte sie gewusst was er sagen würde. Ich hatte damals noch nicht viel davon verstanden. Bis dahin habe ich immer spielen dürfen. Mit anderen Mädchen aus der Nachbarschaft. Zusammen waren wir zu meinem Vater gegangen. Doch er wollte es damals nicht. Er hatte Mama nicht aussprechen lassen als ihm klar wurde was sie ihn Fragen wollen würde. Nur mit dem Kopf geschüttelt hatte er und gefragt woher das Geld kommen sollte, dass ich verdienen könnte. Das unsere Familie das Wenige das ich nach Hause bringen konnte brauchte und auch kaum welche von meinen Freundinnen in die Schule gingen. Papa hatte Recht. Außer die beiden Schwestern von gegenüber, ging kein Mädchen aus der Nachbarschaft in die Schule. Außerdem waren die beiden Mädchen von drüben schon ein Jahr später verheiratet worden. Sie hatten die Schule aufgegeben.
Ich bin Salima und mit sechs Jahren fiel die Entscheidung, dass ich niemals lesen können werde. Nicht schreiben oder einen richtigen beruf lernen werde.
Als ich mit Waschen fertig war prüfte meine Mutter ob alles richtig war. Sie strich mir über den Kopf und führte mich in den Nebenraum. Dort lebten, kochten und aßen wir alle zusammen. Doch heute war nur mein Vater dort. Mein Vater und ein fremder Mann. Sie hörten auf zu sprechen als ich in den Raum kam. Papa schaute mich nicht an, doch der Fremde blickte einmal zu mir. Er schien mich von den Füßen bis zu meinen Haaren anzuschauen und nickte dann. Mama brachte mich dann nach draußen und ich hörte wie die beiden Männer wieder zu sprechen begonnen. Meine Mutter ließ mich draußen ein wenig spielen, doch ich hatte keine große Lust, obwohl sonst nur am Abend, wenn überhaupt, Zeit dafür war. Ich stocherte ein wenig lustlos mit einem Ast in den Boden und Mama ging wieder hinein. Kurz zögerte ich, doch dann siegte meine Neugier. Ich wusste von einem Loch in der Wand, durch das man in unser Haus schauen konnte. Ich quetschte abwechselnd mein Auge und mein Ohr an die Öffnung, doch viel verstehen konnte ich nicht. Sie schienen über mich und den Mann zu sprechen. Meine Mutter sagte gar nichts, doch einmal konnte ich sehen, dass sie weinte. Das ungute Gefühl wurde übermächtig und ich bekam Angst. Stocksteif setzte ich mich auf einen Ast und wartete. Wenig später ging der Mann und Mama holte mich zurück ins Haus. Ich musste mich an den Esstisch setzen und mein Vater schaute mich lange an, ehe er es sagte.
Mein Name ist Salima. Ich bin 11 Jahre alt und werde heiraten. Nicht jetzt, wie mir mein Vater gesagt hat, sondern erst nächstes Jahr. Kurz nach meinem zwölften Geburtstag. Es fühlt sich seltsam an, nicht zu wissen wer mein Mann sein wird. Ich habe ihn zwar kurz sehen können, als er zu Besuch war, doch sprechen schien er mich nicht zu wollen. Mein Mann ist alt. Es fühlt sich seltsam an, wenn ich daran denke wie schnell alles gegangen war.
Es ist jetzt zwanzig Jahre her, dass ich geheiratet habe. Heute bin ich zu einem Arzt gegangen. Mein Mann hatte mich dorthin geschickt als er entdeckt hatte, dass ich, wie er sagte, oft krank war. Ich sollte herausfinden was mir fehlte. Er hatte Recht, ich war oft krank. Doch so ging es den meisten Frauen in der Gegend, also hatte ich mir keine besonderen Gedanken gemacht. Ich hatte also meine drei Kinder versorgt, zwei davon zum Markt in die Stadt geschickt und das dritte, meine jüngste Tochter, zu einer Nachbarin gegeben. Dann ging ich zum Arzt. Der hatte mir nach einem schnellen Blick nur Blut abgenommen. Er hatte nichts gesagt und sah müde aus. Ein ungutes Gefühl war in meinem Bacuh gewachsen. Ich kannte das Gefühl. Jetzt sitze ich seit zwei Stunden in dem Wartezimmer als der Arzt mit einer Krankenschwester hereinkommt. Sie lächeln beide so traurig. Ich kenne dieses Lächeln von meiner Mutter und das schlechte Gefühl steigt in meinen Kopf. Mir wird schwindelig. Ich möchte nicht hören, was die beiden mir sagen, doch ich kann nicht aufstehen. Das kann nicht sein. Ich war meinem Mann immer treu. Ich kann nichts dafür, dass ich krank werde. Ich bin nicht verantwortlich dafür, dass ich seit fünf Jahren kein Kind mehr bekommen habe. Die Arbeit auf dem Feld meines Mannes ist zu anstrengend. Der Arzt lächelt nicht mehr, als er mir sagt was ich habe.
Heute bin ich, Salima, 32 Jahre alt. Ich werde die vierzig nicht mehr erleben. Vorher wird der Virus mich umbringen, wie der Arzt sagt.
Ich bin Salima. Ich bin 39 und lebe auf der Straße. Mein Mann hat mich vor einem Jahr verstoßen. Ich habe ihn betrogen und er ist nicht verantwortlich für meine Krankheit hat er gesagt. Auch wenn es ihm ebenfalls immer schlechter gegangen ist. Ich sehe meine Kinder nicht mehr und habe niemanden zu dem ich gehen könnte. Das was von meiner alten Familie übrig ist, hat mich verstoßen nachdem sie wussten was in meinem Körper ist.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Freitag, 11. April 2014
Noch nicht... Jetzt! Brachial kämpfte er sich unter der Veranda hervor stieß einen lauten Kriegsschrei aus und stürmte den Untoten entgegen. Hinter ihm Sechzig Mitstreiter die wie eine Welle heranbrandeten. Sie erreichten die ersten Untoten noch ehe diese reagieren konnten. Kurzerhand schlug Barak dem ersten Skelett den Kopf ab und rannte weiter. Hinter ihm brach der Verwesende zusammen. Es galt dem Kämpfer so viele der Feinde auszuschalten wie möglich, ehe sie eine Verteidigung organisiert hatten. Sofern man bei Untoten von Organisation sprechen konnte. Wild schwang er sein Schwert gegen den zweiten Untoten und durchbohrte den Zombie nur um festzustellen, dass es seinen Feind nicht stoppte. Barak wich den zugreifenden Händen aus und ruckte sein Schwert kraftvoll nach oben. Beinahe zweigeteilt stürzte sein Feind in den Staub. Blut benetzte ihn. Ein Paukenschlag ging durch seine Realität. Er musste... eine Explosion, vermutlich von Ama verusacht durchbrach seinen Gedankengang. Er musste... Blitzschnell wich er einem Hieb aus, der ihn ansonsten vermutlich gespalten hätte. Ein Wachmann hinter ihm nahm sich dem Untoten an. Er musste... Der Krieger wurde gestoßen und ein glühender Schmerz raste durch seine Seite. Tief in sich spürte er eine wilde Wut. Der Krieger schluckte schwer. Jetzt nicht, schoß es ihm durch den Kopf. Er blickte sich hektisch um und fand sich in der Mitte mehrere Untoter. Sie reagierten schneller auf ihre Bedrohung als er gehofft hatte. Er musste... Der Kämpfer parierte einen schlecht platzierten Axthieb und antwortete indem er den Arm kurz unter dem Ellenbogen abtrennte. Es würde den Untoten nicht vernichten aber beinahe wehrlos machen. Er schrie seine Wut heraus und wich zurück. Er durfte nicht allein zu weit vordringen, sonst würde er seine Lage zu angreifbar machen, wenn seine Mitstreiter nicht hinter ihm waren. Er musste... Der Kämpfer ächzte als er einen Hieb in den Rücken erhielt. Er verfluchte sich selbst, dass er seine Deckung scheinbar nicht ernst nahm. Ein weiterer Ruck ging durch seinen Körper und brachte Hitze mit sich. Das hätte auch sein Tod sein können er wirbelte herum und fand sich von Verwesenden umringt. Barak wich einem Hellebardenhieb, der es auf seinen Kopf abgezielt hatte. Er sprang vor und schleuderte den Untoten mit einem Tritt zu Boden. Die Zeit schien sich zu verlangsamen und Barak spürte das wilde Verlangen überwältigend werden. Sein Blut pulsierte in seinem Kopf. Ein roter Schleier legte sich über sein Blickfeld und Barak spürte die Wut über seinen Verstand siegen. Ein hasserfüllter Schrei brandete über seine Lippen. Der Kämpfer parierte die Waffe eines Untoten und griff nach seinem Arm, zog ihn heran und zerschmetterte den Schädel des Feindes mit einem unbeherrschten Hieb. Mit einer Drehung schleuderte er die Überreste gegen die anderen Verwesenden und riss zwei weitere zu Boden. Sein Verstand registrierte einen Stich in seinem Rücken, doch gestattete ihm seine Raserei kein Zaudern. Die Verletzung ignorierend zerschlug er einem weiteren Skelett das Rückrad, sprang in die Luft und landete mit seinem Knie auf dem Kopf eines zu Boden gegangenen Untoten. Der zweite Zombie biss ihn in die Wade. Barak nutze die Gelegenheit und rammte seine Faust in die Augenhöhle. Immer wieder bis der Kopf seines Feindes eine breiige Maße war. Mit einem weiteren Schrei kam der Krieger hoch und wandte sich drei weiteren Untoten entgegen. Es waren die letzten von denen, die ihn umringt hatten. Ohne nachzudenken, ohne Rafinesse oder Taktik stürmte er ihnen entgegen, lenkte den Hieb des ersten Gegners ab und steckte sein Schwert in den Kopf des Feindes. Er ließ die Waffe los und verringerte mit einem Sprung die Entfernung zum zweiten Feind so sehr, dass der angesetzte Schlag wirkungslos an seiner Seite verpuffte. Barak hingegen konnte den Kopf seines Feindes greifen und schlug mit seinem Schädel gegen die Stirnplatte die mit lautem Knacken barst. Das dritte Skelett hieb mit seiner Keule gegen den Rücken des Kämpfers. Die Wucht warf Barak auf die Knie doch der Schmerz verpuffte an seiner wutumwölkten Wahrnehmung. Einen zweiten Hieb bekam er kaum noch mit. Der Krieger rollte sich über den Boden und prallte mit seinem ganzen Körpergewicht gegen die Beine des Untoten, der sich unter der Wucht nicht halten konnte und umgerissen wurde. Barak ließ keine Sekunde ungenutzt verstreichen, griff den Untoten am Kragen und hämmerte seinen Kopf immer wieder gegen den Boden, bis ein lautes Knacken zu vernehmen war und eine ekelerregend stinkende Flüssigkeit aus dem Kopf seines Feindes lief. Barak richtete sich auf und schaute sich nach weiteren Feinden um, konnte aber in seiner näheren Umgebung niemanden erblicken. Sein Atem rasselte und seine Hände öffneten und schloßen sich immer wieder, ohne dass er etwas erblicken konnte was zermalmt werden wollte. Baraks Herzschlag beruhigte sich langsam. Er spürte eine gewaltige Müdigkeit hinter der Wut stärker werden und die wie eine Welle auf ihn zukam nur um letztendlich über ihm zusammenzubrechen. Seine Arme wurden schwer, seine Sicht klärte sich uns sein Körper sackte unter einer unsichtbaren Last zusammen. Er kannte dieses Gefühl, welches sich jedesmal seiner bemächtigte nachdem die Raserei nachließ. Als würde die Wut mehr von seinem Körper fordern als er eigentlich zu leisten vermochte. Müde schaute er sich um. Die Schlacht lief weiter, er sah Bishop die Wachmänner auf der linken Seite zusammenhalten. Irgendwo rechts von ihm explodierte etwas. Er spürte die Hitze und die Wucht über sich ziehen. Sein Verstand konnte sich kaum konzentrieren. Doch als Anführer durfte er sich keinen Moment des Ausfalls erlauben. Er wusste, dass er in einigen Minuten wieder fit sein würde. Bis dahin... er brauchte einen besseren Überblick...........

... link (0 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 4. März 2014
Er betrat die Bahnhofshalle und versuchte sich unauffällig umzuschauen. Er wusste genau worauf er zu achten hatte. Seine jahrelang geschulten Instinkte musste er nicht mehr aktiv lenken um Dinge zu bemerken, die andere vielleicht übersehen hätten. Aus Gewohnheit schlug er den Kragen seines Mantels nach oben. Zwar konnte er in der Öffentlichkeit nicht sein Gesicht verbergen, ohne das er mehr Aufmerksamkeit auf das gezogen hätte, was eine Maske eigentlich zu verstecken versuchte, aber seine Gewohnheiten konnte man nicht einfach abstellen. Victor war es gewohnt sich zu verstecken, nicht aufzufallen und beinahe unsichtbar zu werden. Sein Leben hatte ihm diese, manchmal zweifelhaften, Gaben zukommen lassen. Plötzlich verharrte er im Schritt und wandte sich in beinahe derselben Sekunde nach links an einen Zeitungsständer. Irgendwas hatte in ihm die Alarmglocken zum Klingen gebracht. Viktor tat so, als würde er um den Ständer herumgehen, um sich einen Überblick über die Halle zu verschaffen. Es war noch früh und nur wenige Leute standen herum und warteten auf die Abfahrt ihrer Züge. Ausser ihm waren nur zwei ältere Damen, mehrere betrunkene Punks und eine Schulklasse unterwegs. Niemand in dem er mehr erkennen konnte, als das Auge zu sehen vermochte. Der Mann griff sich eine Zeitung und runzelte die Stirn. Vielleicht hatte er sich getäuscht? Eigentlich war seine Tarnung die letzten Jahre perfektioniert. Er trug das unauffällige Gesicht eines Büroangestellten in leitender Position. Elegante aber dennoch schlichte Kleidung und ein ruhiges Leben sicherte ihm Anonymität und Verborgenheit. Unbewusst strich er sich über die kurzen Haare, die er heute unauffällig frisiert trug und steckte dann die Zeitung zurück. Er musste sich tatsächlich getäuscht haben. Leise schnaubte er und schüttelte im Weitergehen den Kopf. Er war einfach zu misstrauisch. Nach wenigen Metern hatte er die Abzweigung zu seinem Ziel erreicht und misstrauisch hin oder her, er schaute sich erneut um, ehe er weiterging. Zwar wollte er bei der Ankunft seines Sohnes nicht paranoid erscheinen, aber noch weniger wollte er tot sein. Erneut nahm er nichts wahr, was ihn misstrauisch werden ließ und so entschied er auf direktem Weg zum Gleis zu gehen. Er wandte sich um und das nächste an das er sich erinnern konnte, waren die Schmerzen in seinem Rücken. Er lag nicht unweit der Stelle, an der er sich eben noch umgesehen hatte und versuchte die Nebel vor seinen Augen wegzublinzeln. Victor versuchte eine Hand zu heben und stieß einen zischenden Laut aus, als sich der Schmerz durch seinen Körper wühlte. Eine Sekunde später realisierte er etwas viel schlimmeres. Seine komplette rechte Körperseite war gelähmt. Victor spürte seinen Herzschlag, dessen Schlagzahl deutlich über seinem gewohnten Puls war. Rauschen war in seinen Ohren und er spürte etwas warmes seinen Rücken herunterlaufen. Plötzlich kam ein Schatten über ihn. Instinktiv wusste der Mann, dass dieser Jemand für seinen Zustand verantwortlich war. Dies verriet ihm zwei Dinge. Erstens hatte sein Gefühl ihn eben nicht getäuscht und zweitens: Dieser Mann wusste genau über ihn Bescheid. Niemand der nicht über seine besonderen Fähigkeiten wusste hätte ihn dermaßen überraschen können. Der Fremde musste über eine ebenso gute Ausbildung verfügen… mindestens.
„Victor? Hörst du mich?“
Der Angesprochene kannte die Stimme nicht. Vielleicht war aber auch nur sein Zustand schuld, welcher inzwischen seine Sinne beeinträchtigte. Victor wunderte sich kurz. So war das Sterben also. Insgesamt war es gar nicht mal so schlimm. Die Schmerzen ließen nach, ihm war warm. Vielleicht hätte er gerne seinen Sohn noch einmal gesehen… doch auch dieses Verlangen ließ langsam nach. Es war, als driftete er bereits jetzt aus seinem Körper heraus und als würde dieses Gefühl des überwältigenden Friedens seine Bedürfnisse vollständig ersticken. Das letzte was er wahrnahm, ehe er in die Dunkelheit glitt, war ein Lächeln des Mannes über ihm.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Freitag, 23. November 2012
Science fiction
Mit Müh und Not rettete er sich in den Raum und knallte mit der Faust auf den Türschließer. Viel zu langsam reagierte die Tür, seinem Geschmack nach. Aber sie schloß sich und er konnte mit einem Schuss den Machanismus zerstören. Seine Waffe glühte förmlich. Die letzte Stunde hatte er vergeblich versucht mit der 8. Wachmannschaft die Eindringlinge davon abzuhalten, Sektion 2b einzunehmen.Korridor um Korrido und Raum um Raum war an sie verloren gegangen. Schließlich zersprlitterten die Reste der 8. und er musste sich allein retten. Seine Waffe hatte keine ruhige Sekunde mehr gehabt, während er Lasersalve auf Lasersalve seinen Feinden entgegen geschickt hatte. Doch er hatte überlebt. Das war es letzlich worauf es ihm ankam. Jetzt musste er schauen, wie er weiterkam. Draußen wurden Geräusche lauter. Scheinbar hatten seine Feinde mitbekommen, wohin er sich gerettet hatte. Das Zerstören der Tür würde ihm nicht viel Zeit geben. Hastig wischte er sich den Schweiß von den Augen und schaute sich um. Es war ein größerer Lagerraum, typisch für die Sektion 2b. Sie war eine Untersektion der Werkstätte und Haupt- Lagerräume, Sektion 2. Wie die Sicherheitsstandarts forderten, müsste auch hier ein ausreichendes Belüftungssystem vorhanden sein. Ein Fluchtweg also. Ein dumpfer Schlag hinter ihm, ließ die Tür erzittern. Vielleicht hatte er noch viel weniger Zeit als er gedacht hatte. Zügig machte er sich daran, einen Einstieg zu finden. Elende Crom. Er wusste nicht, warum sie eine neutrale Handelsstation angriffen, die nichts, aber auch rein gar nichts mit diesem Krieg zu tun hatte. Er fand den Einstieg und versuchte krampfhaft das Gitter zur Seite zu ziehen, während die dumpfen Schläge hinter ihm häufiger wurden. Vor zwei Tagen war eine Flotte von ihnen aufgetaucht und hatte ihrer Station ein Ultimatum gestellt. 2 Stunden für eine Kapitulation. Lächerlich. Er riss nun schon beinahe verzweifelt an dem Gitter. Dicke Aderns zeichneten sich auf seinen Unterarmen ab. Die Crom wussten das die Menschheit keine Schiffe erübrigen können würden, um eine Handelsstation zu schützen. Oder wieder zu befreien. Vermutliche waren die zwei Stunden überhaupt nur eine List gewesen. Nur Sekunden nach ihrem Ablauf war die Komunikation der Station ausgefallen. Jemand musste sich in den zwei Stunden vorher heimlich Zugang zur Sektion 1C besorgt haben, um dann direkt zuschlagen zu können. Endlich hörte er ein leises Knirschen von dem Gitter und verdoppelte seine Anstrengungen nochmal. Dann hatten die freindlichen Schiffe mit dem Beschuss begonnen. Zahllose von ihnen hatten das mit ihrer Zerstörung bezahlt. Auch wenn Assault 2000 eine Handelsstation war, war sie beeindruckend bewaffnet. Zwar konnte sich niemand erklären warum genau in einer verlassenen Gegend wie der ihrigen, aber es hatte sich als ernormer Vorteil gezeigt. Die Crom konnten zwar nicht aufgehalten werden, hatten aber so viele Verluste hinnehmen müssen, dass die Einnahme der Station ein schwierigeres Unterfangen sein musste als geplant. Letzlich kannte er die Pläne der Crom natürlich nicht, ausser das sie jeden töteten, der ihnen im Weg stand. So wie er. Mit einem Ruck riss die Befestigung des Gitters und er fiel nach hinten, vom Schwung mitgetragen. Er war Valentin. Ein Abenteurer und Entdecker, der nur zufällig auf dieser Station war, als die Crom auftauchten. Er hatte zwar nicht viel für die Menschen übrig, aber für seine eigne Haut und hatte sich deswegen dazu entschlossen, dem Aufruf des Sicherheitschefes zu folgen und die Waffe gegen die Crom zu erheben. Ein schlechter Plan. Dachte er so im Nachhinein. Die Sicherheitsmannschaften der Station waren leider nicht viel mehr als das. Wachmänner. Er schnaubte und rappelte sich auf. Beständig waren sie zurückgedrängt worden. Zwar machten sie den Crom das Leben schwer, aber bisher hatten sie nur Niederlagen einstecken müssen. Inzwischen gehörte beinahe die Hälfte der Station dem Feind. Mühsam quetschte er sich in den Belüftungsschacht. Seine Kampfrüstung schränkte ihn ein wenig in seiner Bewegungsfreiheit ein. Es war eine menschliche Kampfrüstung. Man konnte ihnen viel vorhalten, aber von Technik verstanden sie etwas. Und das, obgleich sie erst seit knapp einhundert Jahren mit Weltraumtechnologie in Berühung sind. Es waren nur wenige Meter, die er kriechen musste. Den Göttern sei dank, hatte er sich kurz vor dem Gefecht über alles wichtige Informiert. Zum Beispiel auch, über die groben Belüftungssysteme. Hinter ihm, in dem Raum den er grade verlassen hatte, explodierte etwas. Er beschleunigte sein Kriechen und griff noch währenddessen an eine versteckte Tasche seiner Rüstung und holte eine Massengranate heraus. Er erreichte einen Sammelraum, in den die Luft geführt wurde und in welchem die grobe Reinigung des Sauerstoffes stattfand. Ein rötlicher Strahl traf seine rechte Wade beim aufstehen. Ein gleißénder Schmerz durchzuckte sein Bein. Unter lautem Fluchen warf er die Granate in den Schacht, den er grade verlassen hatte und duckte sich hinter eine Ecke. Keine richtige Explosion, aber ein sehr lautes Geräusch drang aus dem Schacht, welcher nur Sekundenbruchteile danach in sich zusammenfiel. Eine Massengranate nutze keine chemische Reaktion um Zerstörung hervorzurufen, sondern versetzte in einer schlagartigen Druckwelle bestimmte Teilchen um sich herum um ca. 1 Meter nach hinten. Eine monströse Erfindung... wieder von den Menschen. Valentin setzte sich wieder auf und nahm sich kurz die Zeit nach seinem Bein zu schauen. Durch den Schacht würde ihm erstmal niemand folgen. Der Strahl war nicht durch die Rüstung geschlagen. Lediglich das weiße Material war angeschwärzt und ein wenig verzogen. Er seufzte. Viel würde sie nicht mehr aushalten. Die innere Integrität dürfte inzwischen schon kurz vor dem Zerfall sein. Er schnaubte belustigt und stand wieder auf. Kurz überprüfte er sein Gewehr, dann begann er die große Maschine vor ihm zu ersteigen. Er musste nach oben fliehen, wenn er die Eben verlassen wollte. Alle anderen Leitungen waren inzwischen hoffentlich versiegelt. Und irgendwo anders in die Sektion zu gehen, machte keinen Sinn. Er schaute nach oben und öffnete seinen Helm. Die Temperatur auf der gesamten Station war inzwischen um mehrere Grad gestiegen. Das hatten die Crom verursacht, als sie die Lebenserhaltung erobert hatten. Es war ihnen angenehmer. Er schulterte seine Waffe und begann zu klettern. Im oberen Drittel war die Maschine spitzer und bot keinen festen Halt mehr zum stehen. Je näher er der Decke kam, desto öfter lauschte er. Er brauchte etwas Glück. Wenn das Schicksal nämlich gegen ihn spielte, hatten die Crom Sektion 2 schon komplett erobert und er würde mitten zwischen ihren Beinen aus dem Boden steigen. Kurz schüttelte er sich. Keine angenehme Vorstellung.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 30. Oktober 2012
Skyline Part 2
Während hoch oben, in der Nähe der Skyline ein kleiner Krieg abgehalten wurde, kämpfte man weiter unten anders um sein Überleben. Einmal war die Art der Gewalt anders... und auch worum gekämpft wurde. Um Essen oder Trinken. Einen sicheren Platz zum schlafen oder einfach um eine Frau gefügiger zu machen. Je weiter man sich von den hohen Herren der Skyline entfernte, desto ärmlicher wurde man. Jenny hatte häufiger in letzter Zeit solche Gedanken. Sie empfand ihr Leben als ungerecht und vor allem als unfertig. Sie wollte mehr! Sie wollte höher hinaus. Im wahrsten Sinne des Wortes. Kurz trat sie an ein Fenster und schaute durch den Schmutz in den Himmel. Er war schlecht zu erkennen, so weit unten, was an den Dämpfen lag, die vom eigentlichen Erdboden aufstiegen. Aber mit viel Fantasy erkannte man die Skyline. Sowohl die Bahn selbst, wie auch die oberen Etagen der Hochhäuser, welche die oberen Zehntausend beherbergten. Das Wort würde für beide Definitionen benutzt. Jenny seufzte. So weit sie sich erinnern konnte, war ihre Gesellschaft immer so gewesen. Aber es gab Geschichten. Die Alten erzählten von Zeiten, als die Erde noch nicht giftig war und man Pflanzen in der freien Natur finden konnte. Wo die Stadt nicht die ganze Welt umspannte und es Flächen gab, in denen nicht ein einziges Gebäude stand. Sie versuchte sich das vorzustellen, während ihre Welt aus grauen Wänden bestand, die man durch blinde Fenster sah. Aus unendlichen Räumen und Treppenschächten. Lüftungsröhren und Abfall. Sie seufzte als sie merkte, dass sie es nicht konnte. Es war zu abstrakt. Bedrückt wandte sich Jenny vom Fenster ab und machte sich auf den Weg weiter. Eigentlich könnte sie glücklich sein, sagte sie zu sich selbst. Immerhin war sie nicht noch weiter unten. Es soll Ebenen geben, in denen die Dämpfe allzeit in die Häuser eindringen. Ihr Gift soll die Leute verändert haben, die das Pech hatten, so arm zu sein, dass sie da unten lebten. Und nicht mal dort ist Schluss. Gerüchte besagte, dass die unterste Ebene, die jemals bewandert worden ist, Ebene 3 sein sollte. Exkursionen der Reichen Universitäten von oben waren nicht weiter runter gekommen. Sie hatten Angst vor den Dämpfen, welche Giftiger und ätzender wurden, je tiefer man kam. Jenny schnaubte kurz und fühlte lediglich Verachtung für das feige Pack, das vermutlich sogar dafür verantwortlich war, dass es ist wie es ist. Beweisen konnte sie es freilich nicht. Wer konnte demnach schon sagen was unter Ebene 3 war. Und vielleicht sogar noch tiefer. Früher soll es Kilometerlange Stollen gegeben haben, die durch die Erde führten. Für Wasser oder für Züge, ganz ähnlich der Skyline. Erneut seufzte Jenny. Heute war wieder einer ihrer Schwermütigen Tage. Leute wie sie befanden sich rund um Ebene 50. Sie war nicht zu arm, aber auch noch lange nicht Reich. Sie musste Angst um ihr Leben haben, wenn sie etwas hatte, was andere haben wollten. Aber Hunger war nicht ihr ständiger Begleiter. Sie hatte meist sichere Schlafplätze und so etwas wie eine Familie, wenn man die Gilde dazuzählen konnte. Aber ihre wahre Familie kannte sie nicht. Die war ermordet worden. Ihr Leben war ein beständiges Ringen um Komfort, nicht um das Leben an sich. Meistens zumindest. Sie schaute sich um. Heute musste sich erst noch entscheiden, worum sie stritt. Ihre Aufgabe war ein Mord. Aber wenn alles nach Plan verlief, brauchte sie nicht mal fürchten, noch in der Nähe zu sein, wenn ihr Opfer gefunden werden würde. Sie überprüfte noch kurz ihre Ausrüstung, dann schaute sie sich um. Ihren Informationen nach sollte hier ein Einstieg in das Liftsystem sein. Kurz bevor die Welt untergehen sollte, waren die Häuser hochgerüstet worden. Archen, für die Menschen die es wert waren zu überleben. Aber heute, ein paar Hundert Jahre später, waren die Liftanlagen schon lange nicht mehr in Betrieb. Jenny räusperte sich. Zumindest nicht auf diesen Ebenen. Wahrscheinlich war es auch niemals vorgesehen, dass Leute wie sie hier stehen würden. Jenny band ihre Haare zusammen und trat an einen Haufen Schutt, welcher sich an einer Wand aufstapelte. Sie befand sich geographisch gesehen in den Outlands. Die Hochhäuser unerschieden sich nicht nur in den vertikalen Ebenen, sondern auch in den horizontalen Bereichen. Manche Bereiche waren kleine Städte in der Stadt. Manche waren bestimmten Gilden oder Banden zugeordnet und an manche stellte einfach niemand Ansprüche. Diese waren es, die am ehesten immer mehr verkamen und durch die skurile Gestalten streiften. Aussteiger, Einzelgänger, Exilanten und Mörder, Diebe, und anderes gesetzloses Pack, welches sich nicht in den Schutz einer der Gilden stellte. Wie dem auch sei, sie war nicht so doof gewesen und hatte das Angebot ihrer Gilde ausgeschlagen, als man sie als Diebin enttarnt hatte. Während sie den Schutt beiseite räumte, dache sie an ihre Vergangenheit. Exakt 10 Jahre war es jetzt her.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 16. Oktober 2012
Neue Richtung?
Valentin Maidorn betrat die Parteizentrale. Er hasste dieses Gebäude. Hatte es schon immer gehasst, seit er vor zehn Jahren das erste mal diese Räumlichkeiten betreten hatte. Es war grau in grau. Dabei dunkel gehalten, nur unterbrochen von den blutroten Transparenten ihres Parteikonterfeis. Soziale Partei... eigentlich sollte man bei diesem Namen etwas anderes erwarten. Etwas helleres vielleicht? Er seufzte. Politik war noch niemals etwas sinnbehaftetes gewesen. Valentin Maidorn war Parteiangehöriger seit inzwischen über zwanzig Jahren. Sein Lebensweg war schon bestimmt gewesen, als er geboren wurde. Familie Maidorn war schon bei der Gründung der SP eine feste Größe gewesen. Maidorn Mansion ein Teil des politischen Apperates und Valentin ein Mitglied seit dem sechsten Lebensjahr. Erst in der Kleinschar, in der man ab der ersten Schulklasse eintreten kann, dann in der Jugendschar und später als voller Angehöriger der SP. War man allerdings ganz ehrlich zu sich selbst, waren auch die Scharen eigentlich voll der Partei angehörig. Nur dem Gesetz gegenüber, dass besagte das Kinder und Jugendliche zum Schutz der geistigen Entwicklung, keine volle Parteizugehörigkeit innehaben dürfen, waren sie ideologisch eingefärbte Freizeitvereine. Gut konnte Valentin sich an die Abende erinnern, in denen ihm und den anderen Kindern die Vorzüge der SP gegenüber den anderen Parteien eingehämmert wurden. In langen Tiraden waren den Kindern Dinge gesagt wurden, die sie natürlich nicht verstanden. Aber es setzte sich fest. Für Valentin selbst war das keine große Sache gewesen. Er kannte alle Sätze, alle Wörter... beinahe auch alle Redewendungen schon von seinem Vater. Manchmal glaubte er, dass die Partei nur einen Kollektivwortschatz hatte, den sie ihren Mitgliedern einimpfte... und die ihren Kindern. Er hatte das alles mit der Muttermilch eingesogen. Sinnbildlich. Die meisten dieser Kinder, wurden später zu loyalen Angehörigen ihrer Partei. Natürlich nicht alle, aber schwarze Schafe gab es überall. Oppoturnisten, nannte die Partei sie intern. Offiziell war die Angehörigkeit zu einer Partei natürlich freiwillige Sache und niemand wurde aufgrund der Ideologie die er vertrat schlechter behandelt als sein Nachbar. Verräter flüsterten die Mitglieder der SP. Valentin war durchaus bewusst, das die Partei letzlich aus ihren Mitgliedern bestand, aber ganz selten hatte er das Gefühl, als wäre da ein Unterschied, auch wenn ihn solche Gedanken nur in den düstersten Stunden überkamen. Pack betitelte Valentin sie. Natürlich nur für sich. Wie dem auch sei, trotz all der Wankelmütigen waren die Scharen eine tolle Einrichtung. Sie gaben den Kindern die Möglichkeit aus den düsteren Städten herauszukommen und mit Freunden ins Gelände zu fahren. Auch vielleicht aus den düsteren Familien raus zu kommen. So sehr er Sie verabscheute, waren grade die ärmeren Familien und die asozialen, Wähler ihrer Partei. Ein Teil ihres Rückrades. Ihrer Macht. Er schaute sich um. Der Weg zu seinem Büro war lang und führte einmal durch das ganze Gebäude. Unter anderem auch durch einen Flur in dem Bilder hingen. Bilder ihrer größten Mitglieder um genau zu sein. Kunst war bei den sozialen eher selten zu finden. Ganz vorne hing das Bild seines Urururgroßvaters. Balthazar Maidorn. Einer der Parteigründer von vor 240 Jahren. Valentin schauderte. Seit er denken konnte. War Balthazar sein Vorbild gewesen. Er würde vieles geben um ihm einmal gegenüber zu stehen. Kurz senkte er den Blick. Er konnte nicht wissen wie sein Urururgroßvater reagieren würde. Zwar war Valentins Stellung nicht unwichtig in der Partei, aber von der Bedeutung Balthazars gemessen, war sie womöglich lächerlich. Valentin war eine Art Detektiv. Parteiendetektiv. Er war betraut mit der Überwachung bestimmter Personen, sowohl ausserhalb der Partei... wie auch innerhalb. Seine offizielle Bezeichnung war: Komissar für Interne Angelegenheiten und Vermittlungen. Eine nette Umschreibung für das was er tat. Das nächste Bild in der Reihe war Karl Leutmund. Der letzte Kanzler den ihre Partei gestellt hatte. Das war vor zwei Jahren gewesen. Damals hatte die SP ihre Vormachtsstellung verloren und somit auch das höchste Amt ihrer Regierung. Zumindest das höchste wirkliche Amt. Das Prestigeamt, der Premier war immer noch in ihrer Hand. Und war nicht letztendlich Schein wichtiger als Sein? Weiter den Gang runter würde Valentin immer weiter in der Vergangenheit gehen und die für ihre Ära wichtigsten Persönlichkeiten seiner Partei finden. Erneut seufzte er. Valentin war gut in dem was er tat. Sehr gut sogar. Aber leider war er nicht geschaffen für die höheren Ämter. Ihm fehlte die Eloquenz... die Rhetorik... das Charisma. Er konnte nicht genau ausmachen woran es scheiterte. Fakt war nur das dort etwas war, was ihm fehlte. Nach einem weiteren Dutzend Schritte betrat Valentin sein Büro. Auch dieser Raum war nüchtern gehalten. Aber so sehr er mit seiner Partei sympathisierte, so sehr missfiel ihm die kalte Nüchternheit ihrer Zentrale. In seinem Büro hingen Bilder. Er hatte Pflanzen auf der Fensterbank und er hatte sich sogar getraut, einen braunen Teppich auslegen zu lassen. Hauptsache keinen grauen. Er nickte leicht.Wie jedes Mal wenn er diesen Raum betrat, überkam ihn das Gefühl das Richtige getan zu haben. Leicht schüttelte er sich, als könnte er die Wassertropfen damit abwerfen, die ihm der Regen auf den Mantel gezeichnet hatte. Kaum hatte er sich gesetzt und seinen Computer hochgefahren, klopfte es an seiner Tür. Kurz schaute Valentin auf seine Uhr. Ungewöhnlich. Sonst kam selten jemand vor dem Mittag bei ihm vorbei. “Herein.” Rief er und die Tür öffnete sich. Instinktiv schaute er auf und konnte in der Folge seinen Blick erstmal nicht wieder senken. Eine Frau betrat sein Büro und nickte ihm leicht zu. Kaum eine Sekunde brauchte Valentin um seinen ersten Eindruck zu reflektieren. Sie war hochgewachsen, mit langen blonden Haaren. Sie war mit dem Auto hier, denn ihren Mantel zierten nicht halb so viele Tropfen wie seinen. Aber nicht selbst gefahren, es sei denn sie hatte Schuhe zum wechseln dabei. Ihr Kleid war grade kurz genug um einen Blick auf wohlgeformte Beine zu werfen, und definitv auch kurz genug um Interesse zu erwecken, aber zu lang um als unziemlich zu gelten. Der Mantel war grade offen genug um eine Vorstellung ihrer Figur zu bekommen. Valentin musste zugeben, dass seine Vorstellung sehr angenehm war.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 11. Juli 2012
Beinahe lautlos schloß sich das Schott. Die Schritte verklangen und zurück blieb nur jene Szenerie, die einen der Hafenarbeiter für die nächsten Jahre nicht mehr loslassen sollte, nachdem er sie entdeckt hatte. Leise hörte man in der Ferne die Geräusche der Werften und Umladestationen. Irgendwo in der Nähe fiel ein Stück Metall zu Boden und in regelmäßigen Abständen tropfte Blut zu Boden. Langsam füllte sich eine Pfütze auf dem Metall aus dem die Umgebung bestand. Die Leicht lag gut versteckt. Nicht so das sie niemals gefunden werden würde, aber eigentlich ausreichend für die nächsten Stunden, vielleicht sogar Tage. Doch mit dem Hafenarbeiter der seine Pflichten vernachlässigte und seinen Rausch hinter den alten Kisten ausschlafen wollte, hatte der Mörder nicht rechnen können. Der Raum maß kaum zehn Schritt im Quadrat und war ein Abstellraum für übriggebliebene Ladung, mit der niemand etwas anfangen konnte. Metallene Leitungen ragten aus den Wänden, verschlungen sich und verschwanden, irgendetwas transportierend, wieder in anderen Wänden. Licht kam von einer einzigen fluoeszierenden Lampe in drei Meter Höhe. Die Leicht lag in der hintersten Ecke, zugestellt von Kisten und mit einem Messer im Rücken. Der Mann hatte braune Haare gehabt und war athletisch gebaut gewesen, was ihm aber scheinbar nichts gebracht hatte. Kaum zwanzig Minuten nachdem das letzte Leben den Körper verlassen hatte, bewegte sich das Schott erneut. Besagter Hafenarbeiter betrat schwankend den Raum und wankte gegen den ersten Kistenstapel. Natürlich fiel die oberste Kiste nach hinten und ragte in einem Dominoeffekt weitere Stapel um. Leise fluchend wollte der Mann wenigstens schauen ob etwas zu Bruch gegangen war. Aufräumen konnte er auch später noch. Mühsam stieg er über den ersten Haufen und schaute angestrengt in das Zwielicht. Lag dort nicht etwas? Zwischen den Kisten? Der Arbeiter stockte und bewegte sich auf die Lumpen, dafür hielt er es nämlich, zu. War doch eine der Kisten zerbrochen und hatte ihren Inhalt auf dem Boden verteilt? Das wäre gar nicht gut, auch wenn hier nur Schrott eingelagert war. Unter Ächzen hievte der Hafenarbeiter eine der Kisten zur Seite und spürte warme Flüssigkeit an seiner Hand. Ganz leise begann sich in seinem Bauch ein schlechtes Gefühl einzustellen, doch er wusste es nicht richtig zu deuten. Er wuchtete die Kiste zur Seite und schaute auf seine Hand. Der Mann erschrak bis in die Knochen und schaute mit großen Augen auf das, was er dort freigeräumt hatte. Langsam begann er zu zitter und ein Schrei bahnte sich seine Kehle hinauf. Er wankte zurück und stolperte. Unter einem lauten Kreischen fiel er zu Boden und wurde Gott sei dank gehört.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 15. April 2012
Ein neuer Anfang
Er hätte nicht gedacht, das es einmal hier enden würde. Müde rieb er sich die Augen, ehe er es wagte sich umzuschauen. Nicht das die Umgebung sonderlich viel Abwechslung bieten würde, die wenigsten Kerker taten das, aber sein Innerstes schien die Hoffnung nicht aufgeben zu wollen. Graue, zumeist durch die Jahre verwitterte, Steine bildeten die Wände. Grob behauen und hier und da mit Einritzern versehen, die Er inzwischen allesamt bereits kannte. Ein schmales, vergittertes Fenster knapp unter der Decke, an das er lediglich herankam wenn er sich an dem schmalen Sims hochzog. Leider bildete die Aussicht aus diesem Fenster auch nur die Abwechslung eines kaum benutzten, schmutzigen Hinterhofs. Nicht der Mühe wert, hatte er irgendwann festgestellt. Und schlussendlich die Kerkertür. Rostiges Eisen, mit Nieten versehen und auch hier mit einem kleinen Guckfenster, das allerdings von aussen aufgezogen werden musste. Was nicht sonderlich häufig geschah. Beinahe belustigt schnaubte er. Dabei war dieses... Zimmer noch eins der besten in der Festung. Er war niemand besonderes. Ein einfacher Dieb, der das Pech gehabt hatte, erwischt zu werden. Daher hatte niemand einen Sinn darin gesehen, ihm ein besonderes Zimmer zu geben, oder mehr als äusserst gelegentlich hereinzuschauen, ob er noch da war.
Tief atmete er durch. Immerhin war er gewarnt worden. Seine Kollegen hatten ihm immer gesagt, das Diebe nun mal nicht damit rechnen sollten, sonderlich alt zu werden. Die meisten von ihnen endeten irgendwann erst hier und dann am Strick. Vor allem dann, wenn sie sich so dumm verhielten, wie er das getan hatte. Wieder atmete er durch und erhob sich mühselig von seiner Lagerstatt. Anhand des Lichtes, welches durch das schmale Fenster fiel, vermutete er, das es bereits später Abend war. Es war gleichgültig. Nichts hier drin bietete Abwechslung, gleich wann er aufstand. Nicht einmal das Essen kam in irgendwelchen regelmäßigen Abständen. Vielleicht brauchte er eigentlich gar nicht mehr aufwachen. Mühselig schüttelte er den Kopf und ließ sich auf Hände und Beine nieder. Sowas brauchte er nicht denken. Das führte nur in eine Richtung die nicht gut war. Irgendwann befiel das jeden, munkelten die Alten. Die wenigen Diebe, die nicht gehängt wurden, sondern nach Jahren der Gefangenschaft es einfach nicht mehr wert waren, aufgehoben zu werden. Sie wurden tatsächlich frei gelassen. Doch ob damit überhaupt irgendwem ein Gefallen getan ist, sei mal dahingestellt. Niemand ist mehr bei klarem Verstand, wenn man erstmal lange Zeit mit sich allein war. Wie dem auch sei. Die Alten sprachen immer davon, dass einem Eingesperrten solche Gedanken zwangsläufig kamen. Selbstmord. Irgendwann wurde das Aufstehen einfach zu mühselig. Man sah keinen Sinn mehr darin, etwas zu tun. Tag ein, Tag aus geschah nichts. Man verlor sein Zeitgefühl. Das Leben zieht an einem vorbei und man merkt es nicht mal. Die Hoffnung schwindet mit jeder Stunde ein wenig mehr. Meist können die Alten noch stundenlang solche und ähnliche Sprüche von sich geben. Damals hatte er sie zwar nicht abgetan, aber sie waren einfach zu abstrakt, als das er sie hätte nachvollziehen können. Zudem, wie gesagt, hatte er nie damit gerechnet hier einmal zu sitzen und ganz ähnliche Probleme zu haben. Jetzt wusste er es besser. Während er eine Liegestütze machte, er versuchte immerzu irgendwas zu tun. Beschäftigung war wichtig. Zumindest schaffte er es, sich selbst das Gefühl zu geben, das dies der Weg war, solchen Gedanken zu entkommen. Seine Gedanken schweiften ab, während sein Körper die selbst auferlegten Übungen von sich aus bereits absolvieren konnte.
Wo war der Fehler gewesen? Wie ein Mantra, stellte er sich diese Frage immer wieder. Sein Plan war gut durchdacht, exakt ausgeführt und vorbildlich abgeschlossen gewesen. Es konnte keine undichten Stellen geben, keine Kollegen die ihn hätten verraten können und erst Recht hatte er keine Spuren hinterlassen, die Rückschlüssen auf ihn zugelassen hätten. Der einzige andere, der von seinem Vorhaben wusste, war sein Hehler, Frederic, gewesen. Ein notwendiges Übel, immerhin wollte er das Ding hinterher auch los werden. Allerdings glaubte er nicht, das Frederic ihn verraten hatte. Nicht weil er ihm vertraute, aber weil sein Hehler einfach nichts von dem Plan wusste. Nur was er stehlen wollte. Mehr nicht.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 14. Dezember 2011
Musste das alles so kompliziert sein? Wieder einmal stellte Sie sich die Frage, welche Ihr in den letzten Jahren immer wieder über den Weg lief. Laura war 24, Studentin und an und für sich ein hübsches Mädchen, dass mitten im Leben stand. Ihre Noten waren im besseren Durchschnitt. Sie hatte Freunde, manche mehr, manche weniger und hätte mit allem Zufrieden sein können. Wenn da nicht diese eine Frage wäre, die sie meistens an genau diesem Punkt überfiel. Von einer Frage überfallen. Die Studentin schnaubte und wischte über den beschlagenen Spiegel. Beinahe schuldig fühlte sie sich dabei, sagte ihr die Intensität des Beschlages doch, das sie wieder einmal viel zu lange und heiß geduscht hatte. Während Kinder in Afrika an dreckigem Wasser starben. Leise seufzte sie und versuchte ihre schulterlangen, straßenköterblonden Haare zu richten. Sie war hübsch. Das sagte ihre Schwester immer wieder, wenn sie nur endlich mal etwas aus sich machen würde. Etwas aus sich machen. Was sollte das bedeuten? War man nicht schon etwas? Von Geburt an? Die Studentin schüttelte den Kopf. Natürlich wusste sie was damit gemeint war. Vielleicht mal etwas anderes tragen als Jeans, wie die, die sie grade anzog. Ihre Haare anders tragen, mehr als nur die Augen schminken. Unbewusst zuckte sie mit den Schultern. Meistens fühlte sie sich damit wohl was sie hatte und machte. Meistens. Auf einem Bein hüpfend, weil sie die Socken anzog, verließ sie das Badezimmer und stolperte halb in die Küche. Leise fluchte sie, als Laura das Gleichgewicht verlor und gegen die Kante der Küche prallte. Die schmerzhafte Stelle reibend, fiel ihr Blick auf den Tisch, auf dem immer noch Sein Brief lag. Unbeantwortet, kompliziert... drängend. Erneut seufzte sie. Um manches konnte man sich nicht drücken.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Samstag, 26. November 2011
Er war neun und sah dem alten Mann dabei zu, wie er seinem Vater Münzen in die Hand drückte. Seine Mutter weinte, auch wenn sie versuchte es ihn nicht sehen zu lassen. Ihr Lächeln wirkte gequält. Seine Wange brannte von der Ohrfeige des alten Mannes, der ihn schlug als er seinem Vater widersprochen hatte. Er verstand nicht, warum der Mann das machen durfte. Er verstand nicht, warum seine Eltern nichts dagegen gesagt hatten und was er am wenigsten verstand war, dass er von seinen Eltern weg musste. Aber die Gewalt des alten Mannes und der fehlende Einspruch seiner Eltern hatten ihn eingeschüchtert. So konnte er nur hilflos zusehen, wie seine Eltern ein paar Münzen für sein Leben bekamen und ihn weggaben. Er schwieg, auch als seine Mutter ihm, inzwischen unter ganz offensichtlichen Tränen, sagte dass jetzt alles besser werden würde. Er hätte jetzt einen Meiste der sich um ihn kümmerte. Seine Begabung förderte. Er konnte jetzt seine Tränen auch nicht mehr zurückhalten. Aber er sprach nicht. Er hatte Angst das er wieder geschlagen werden würde. Das war der erste Tag, an dem er verfluchte, anders als die anderen Kinder zu sein, die er manchmal zum Spielen traf. Das war ihm schon früh klar geworden. Doch er hatte es seinen Eltern nicht gesagt, in der Angst bestraft zu werden. Nur einmal hatte er sich seiner Mutter anvertraut und gesagt, was er manchmal machen konnte. Kaum zwei Zehntage später war der alte Mann das erste Mal da gewesen und hatte ihm Fragen gestellt. Der Mann hatte seine Eltern raus geschickt. Aus ihrem Haus und hatte ihn ganz allein sprechen wollen. Er spürte ganz deutlich wie seine Eltern Angst vor dem Mann hatten. Sie sprachen nie laut über ihn und waren immer ganz seltsam, ehe er kommen sollte. Auch sagten sie ihm immer, dass er dem Mann nie widersprechen durfte. Das taten sie auch nicht. Seltsam gerochen hatte der Mann und komische Fragen gestellt. Er wollte nicht mit ihm reden. Wollte nicht dass er in ihrem Haus war. Und am aller wenigsten wollte er zu dem Meister gegeben werden, von dem sich die Kinder gruselige Geschichten erzählten. Doch er musste, sagten seine Eltern. Eigentlich nur seine Mutter. Sein Vater bekam nur das Geld und hatte ihm seit Stunden nicht mehr angesehen. Er wusste nicht ob er was falsch gemacht hatte. Er wollte sich entschuldigen, traute sich aber nicht, etwas zu sagen. Der alte Mann nickte jetzt und bedeutete ihm, Servantes dem kleinen Jungen, nach draußen zu gehen und in seinen Wagen zu steigen.

Er war zwölf und sprach das erste Mal einen Zauber, der ihm vor noch drei Jahren vor Angst den Verstand gekostet hätte. Es bereitete ihm Mühe mit den Brandmalen auf seinem Rücken, die Konzentration zu halten. Doch er wusste das er es tun musste, wenn er nicht wieder von seinem Meister bestraft werden wollte. Das Rehkitz, welches von seinem Meister mittels eines Zaubers gehalten wurde und das vor Angst riesige Augen hatte, schrie auf als ihn der Zauber Servantes´ traf. Doch nur kurz. Innerhalb von Sekunden fraß der Zauber sich durch die Haut, die Lebenskraft und schließlich durch die Seele des Rehs´. Es war ein negativer Zauber. Er stahl dem Ziel, welches er traf, alles was es hatte. Andere Kinder, Gelehrte und Kleriker fragten sich ob Tiere eine Seele haben könnten. Servantes wusste es. Er hatte grade eine davon vernichtet. Der Zauber tat weh und als er ihn beendet hatte, schaute er auf seine Fingerspitzen die angeschwärzt waren. Er konnte die Kruste abkratzen und darunter kam Blut zum Vorschein. Er wusste das er nichts sagen durfte. Sein Meister würde ihn bestrafen. Servantes hob den Blick und sah zu seinem Meister, der zufrieden nickte. Er hatte gesagt dass es nötig wäre, das er als sein Schüler einmal einen solchen Zauber sprach. Die Grundlagen kennenlernte. Das Wesen dessen verstand, welches er nun in unzähligen Stunden erlernen sollte. Ohne dass er es wieder anwenden sollte. Das war zu gefährlich. Diese Macht auskosten konnte man nur, wenn man mächtig genug war sich denen entgegen zu stellen, die dagegen sprechen würden. Manche mit Worten, andere mit Taten. Das hatte sein Meister ihm eindeutig klar gemacht. Er benutzte diese Sprüche auch nicht. Zumindest nicht, wenn Servantes in der Nähe war. Es gab dutzende Bücher über diese Macht in dem Turm seines Meisters. Er lernte es durchgehend. Liebte diese Art der Magie und verschlang alles, was er davon in die Finger bekam. Doch benutzen tat er es kaum. Dies erwartete er nun auch von Servantes. Das sollte damals sein Weg sein. Das war seine Bestimmung. Nekromantie.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 16. November 2011
Zweiter Teil
Nach wenigen Dutzend Schritten begann der Tunnel sich zu erweitern und öffnete sich schließlich zu einer großen Kaverne. An den Wänden und der Decke hingen lange Fäden, die zu seltsam weißlichen Ausbuchtungen führten. Manche von ihnen waren klein wie Samiras Finger. Andere größer als ihr Oberkörper. Aber alle hatten sie eins gemeinsam. Sie glühten leicht in der Dunkelheit und machten jede weitere Lichtquelle sinnlos. Leise grummelnd sah Samira zu ihrer Flamme, die mit einem leisen Puffen verschwand. Fängt sehr gut an... Beschwerte sie sich in Gedanken beim Schicksal. Vorsichtig ging sie an der schmalen Balustrade entlang, immer darauf bedacht nicht an die Fäden zu stoßen. Samira war oft genug hier unten gewesen, um zu wissen was es mit diesen Wesen auf sich hatte. Sobald man gegen ihre Fäden stieß, klebte man fest. Bei Kleineren war das natürlich nicht so schlimm, aber bei den größten Exemplaren konnte es durchaus vorkommen, das man nicht mehr freikam. Und dann, sobald man anfängt an den Fäden zu zerren, erwacht das Wesen und zieht einen zu sich. Ein riesiges Maul würde sich auftun und mittels langer Zähne Gift in den Körper spritzen, den das Wesen sich geangelt hatte. Ist man dann erst gelähmt, gibt es keine Rettung mehr, wenn man allein ist. Das Wesen würde sein Opfer stück für Stück zersetzen und fressen. Samira schauderte, als sie unfreiwillig an einen ihrer Kollegen dachte, den sie vor einigen Jahren in der Kanalisation gefunden hatte. Ursprünglich hatten sie sich treffen wollen. Doch nachdem Er nicht erschienen war, suchte Samira ihn. Gefunden hatte sie nur den Unterleib, halb aus einem dieser Wesen heraushängend. Gestunken und gezischt hatte es, nachdem sie das Wesen getötet und den Dieb befreit hatte. Hinterher bereute sie es beinahe. Den Anblick würde sie nie vergessen. Leise seufzte sie und dachte an die Münzen die Er damals wenigstens dabei gehabt hatte. Es war nicht alles vergebens gewesen. Sich wieder auf ihre Aufgabe konzentrierend, schüttelte sie die Erinnerung ab. Sie hatte den Dieb gemocht, aber so war es in Tar´ Salim. Oder Freistadt... dachte sie bitter, wie man es inzwischen nannte. Leben und Tod sind stets dicht beieinander. Schließlich erreichte Samira den Boden der leeren Kaverne. Bis hier unten hingen nur die wenigsten Fäden, der größten Blindangler. Auch diese umging die junge Diebin vorsichtig, ehe sie die dunkle Toröffnung passierte, die sie im steilen Winkel wieder nach Oben führen sollte.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 26. Oktober 2011
Würde ihr nicht schaden, schoß es Lilly durch den Kopf. Ein wenig mehr Respekt vor sich selbst, flüsterte eine Stimme die Sie nicht schnell genug zum schweigen bekam. Der Spiegel, der das gräßliche Bild einer jungen Frau zeigte, zumindest dem Sinn der jungen Frau vor dem Spiegel nach, wollte zerschlagen werden. Er schrie förmlich danach. Doch die junge Frau konnte sich zurückhalten. So weit war es noch nicht, das ein Spiegel ihr befehlen konnte, was sie zu tun hatte. Tief durchatmend ließ sie ein wenig den Kopf hängen. Das blonde Haar kitzelte an ihrem Kinn. Ohne nochmal den Blick zu heben wandte sie sich ab und verließ das kleine Badezimmer. Es war halt nicht leicht, dachte sie. Allein zu sein. Als Lilly ihr Zimmer betreten hatte, fiel sie der Länge nach auf ihr Bett und drückte ihr Gesicht ins Kissen. Es war ein sehr weiches Kissen, welches ihr vor kurzem erst geschenkt worden war. Wieder forderte die Stimme in ihrem Kopf ungefragt und unerlaubt eine Richtigstellung. War Lilly wirklich allein? Oder kam ihr das nur so vor? Konnte einem Menschen das so vorkommen, wenn es nicht wirklich der Fall sein sollte? Immerhin sollte man meinen, konnte man Einsamkeit physisch festellen. Lilly drehte sich auf den Rücken und starrte an die Decke, entschlossen genau das herauszufinden. Sie wurde gemocht. Sehr gemocht. Sprach die feindliche Stimme. Aber wer konnte sich dessen sicher sein? Hielt sie herausfordernd dagegen. Du... schau dir die Situation nur mal an. Lilly schnaubte spöttisch. Und wenn, sprach die Stimme weiter, und wenn es wirklich nicht das sein sollte, nach dem es sich anfühlt. Schadet es, es zu geniessen und für den Moment zu wissen, das man nicht allein ist? Der jungen Frau fiel keine Erwiederung ein. Aber überzeugt war sie dennoch nicht, denn ein Mensch allein reichte noch nicht um nicht mehr allein zu sein... dachte sie nicht ohne Schuldgefühle. Gut, sprach die Stimme, die irgendwie immer klarer wurde. Deine Familie steht hinter dir. Grade wollte Lilly etwas erwidern, da wurde sie sogar unterbrochen. Vielleicht manchmal zu sehr, aber ist nicht auch das ein Zeichen der Liebe? Sie hob eine Augenbraue, konnte aber auch darauf nicht sagen. Was ist mit Freunden, sagte sie und drehte sich zur Seite, während sie die Beine anzog. Dabei stieß sie einen leisen Fluch aus. Sie sollte nicht mehr so viel laufen gehen, oder einen Arzt aufsuchen. Wunderbar schnaubte sie. Jetzt gab die Stimme auch noch Gesundheitstipps. Ihrem Knie ging es gut, sprach sie. Mal mehr mal weniger, fügte sie noch sehr leise an. Du hast Freunde... meinte die Stimme. Manche sind nur sehr weit weg. Andere haben auch ein eigenes Leben, meine Liebe. Aber das heißt nicht, das du ihnen egal bist. Freunde bleiben bei dir, auch wenn sie manchmal sehr weit weg scheinen. Lilly öffnete die Augen und sah der Stimme ins Gesicht. Eine kleine Träne lief über ihre Wange. Die Stimme strich sie zärtlich weg. "Vergiss das nie." Lilly nickte und wurde umarmt. Sie drückte ihr Gesicht in wohlriechende Haut. "Was würde ich ohne dich machen, liebster." Manchmal brauchte man Hilfe. Wenn man keine eigene Stimme mehr hatte, die einem manchmal ins Gewissen sprach. Dafür war sie dankbar. Trotz ihrer Angst.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 16. Oktober 2011
(Nicht korrigiert) Skyline Teil 1
"Untergehen", haben sie gesagt. "Versuch nicht unterzugehen." Ahab schüttelte kurz den benebelten Kopf und nahm nach kurzem Zögern den letzten Rest Flüssigkeit aus dem Glas, welches kalt in seiner Hand liegt, obgleich er es seit einer Stunde kontinuierlich fesgehalten hatte. Woher hätten sie auch wissen sollen, dass sie damit gar nicht so falsch liegen würden. Der Matrose schüttelte erneut sein schütteres Haupt und stellte das Glas nun doch endlich aus der Hand. Warm würde es ohnehin nicht mehr. Die schlechte Luft in der schmalen Kaschemme, zusammen mit dem vielen Nicotin und auch dem Alcohol, der wohl nicht zu wenig zum schlechten Zustandes Ahabs begetragen hatte, hatten ihm Kopfschmerzen verursacht. Leicht schwankend stand er auf und versuchte mit zittrigen Fingern seinen letzten Geldschein aus der Tasche seiner zerfetzten Hose zu ziehen. Mit einem leichten Schreck stellte er fest, dass er genau das gleiche vor einigen Stunden getan hatte um sein kümmerliches Mittagessen zu bezahlen. Seit dem hatte er nichts mehr gehabt. Leise fluchend versuchte er sich nichts anmerken zu lassen und sog kräftig an der Zigarette die vor ihm im Aschenbecher steckte. Er ließ sie, nur halb geraucht, zurück. Obgleich es seine letzte war, wollte er den Eindruck vermitteln, er käme gleich wieder. Mit seiner kalten Hand fuhr er sich über die Stoppeln an seinem Kinn, während er sich, nunmehr kräftiger schwankend als sein müsste, in Richtung der Toilette wand. Er nickte dem Wirt knapp zu und spürte dessen leicht misstrauischen Blick in seinem Rücken. Doch Ahab konnte es ihm nicht übel nehmen. Er würde sich selbst nicht trauen, wenn er sich vor sich stehen hätte. Dabei konnte er von Glück noch reden, dass niemand seinen wahren Zustand bemerkte. Seine Vergangenheit holte ihn ein. Doch das war der gerechte Lohn, vor dem er früher immer gewarnt worden war. Er hatte ihn verdient. Er hatte Dinge getan, die schwächere Menschen in den Wahnsinn getrieben hätten. Oder noch mehr in den Wahnsinn, als sie es mit Ahab gemacht hatten. Er schnaubte belustigt über seinen eigenen Gedanken und öffnete die Tür zur Toilette. Der Raum dahinter war klein und schmutzig. Ebenso wie der Rest der Taverne. Doch es gab einen Unterschied. Über dem Waschbecken war ein Spiegel. Ahab stockte. Es war ein nicht unerhebliches Risiko für ihn, sich in der Nähe der Tore aufzuhalten. Doch zurück konnte er nicht so einfach, ohne das der Wirt noch misstrauischer geworden wäre und ihn vielleicht für eine Zwischenzahlung heranziehen würde. Zudem hatte er ziemlich erfolgreich seine Spuren verwischen können, in den vergangenen Monaten. Als letztes überzeugte ihn, das er inzwischen wirklich pissen musste. Nach all dem Bier und dem anderen Zeug das er in sich hineingekippt hatte, kein Wunder. Eines leichten Zögerns konnte er sich dennoch nicht erwehren, als er den Raum vollends betrat. Die Tür fiel hinter ihm zu. Der knallende Laut klang irgendwie endgültig, fand Ahabs Unterbewusstsein. Ein leichtes Rütteln erschütterte den Raum. Vermutlich von der Skyline, die keine zehn Meter über der Kneipe entlangführte. Keine anderen Gebäude fanden sich in diesem Umkreis der Line. Zu groß war die Gefahr, bei einem Unfall in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Doch dem Kneipenbesitzer und den meisten Besuchern schien das gleichgültig. Auch wenn es theatralisch klang, aber wer in diese Kneipe ging hatte ohnehin so gut wie nichts mehr zu verlieren. Vielen wäre das vermutlich sogar gelegen gekommen. Nachdem Ahab getan hatte, was jeder Mann allein tun musste, wusch er sich die Hände. Eine Angewohnheit von früher. Dabei hob er unwillkürlich den Blick und sah in den Spiegel. Es war ein altertümliches Ding, noch mit echtem Holzrahmen. Vermutlich hatte es nicht mal einen Anschluss ans Netz. Ahab grinste der heruntergekommenen Kreatur zu, die er dort erblickte. Zeit für eine kurze Bestandsaufnahme, schien sein Unterbewusstsein zu finden und zählte die Dinge auf, die noch schlechter geworden waren, seit dem er sich das letzte Mal gesehen hatte. Die Augenringe waren tiefer und noch schwärzer geworden. Beinahe wie mit Kohle nachgezogen. Oder sollte er lieber sagen, der Augenring? Das er sein Auge verloren hatte, war auch noch relativ neu. Noch hatte er sich nicht daran gewöhnt und wusste nicht, ob er es jemals würde. Sowohl sein Anblick, als auch seine eigene Perspektive hatten sich vollkommen verschoben. Die schwarze Augenklappe machte das ganze nicht besser und seine geplante Teilnahme am internationalen Scharfschützen- Wettbewerb konnte er wohl abschreiben. Wieder hob er einen Mundwinkel. Dabei platzte seine Unterlippe auf, die mehr als ausgetrocknet aussah und ein hellroter Blutstropfen rann über sein Kinn, auf dem sich immer mehr graue als braune Bartstoppeln befanden. Er wischte das Blut weg und musste unwillkürlich auf seine Hand blicken. Auf dem Rücken zeigten sich schwarze Flecken, die sich alle Mühe gaben, zu einem großen zu werden. Seine Fingerspitzen waren ebenso schwarz und seine Hand zitterte beständig. die Adern führten inzwischen schwarzes Blut. Seine andere Hand wollte er nicht ansehen, also ließ er sie wo sie war. Sein Gesicht war hager geworden und wirkte durch die roten Flecken fiebrig. Als letztes schaute er sich selbst in das Auge. Langsam aber sicher verlor es tatsächlich die blaue Farbe und wirkte immer mehr stumpf grau. Ein leichtes Seufzen kam über seine Lippen. Das hätte ihr nicht gefallen, dachte er. Sie hatte seine Augen immer geliebt. Er schüttelte erneut den Kopf. Dabei fielen ihm ein paar schwarze Strähnen ins Gesicht. Lediglich seine Haare waren beinahe unverändert, dachte er. Schwarz wie die Nacht, mit kaum weißen Strähnen dazwischen. Etwas länger, versteckte er sie die meiste Zeit unter einer Mütze. Mit einer Hand nahm er etwas von der synthetischen Flüssigkeit auf, die Wasser zu ersetzen suchte und spritzte sie sich ins Gesicht. Vielleicht noch Zehn Monate. Weniger, wenn er sich beeilte. Endlich wäre es ihm erlaubt... als er erneut aufschaute, blickte er in ein fremdes Gesicht. Für den Bruchteil einer Sekunde war Ahab fassungslos. Selbst dieses altertümliche Ding von Spiegel war... weiter kamen seine Gedanken nicht, denn sein Unterbewusstsein und damit seine Reflexe übernahmen die Kontrolle. Während das Gesicht und der dazugehörige Körper sich noch aus dem Spiegel zwängten, riss Ahabs Hand seinen Revolver aus seinem Schulterholster und legte die Mündung genau auf die Stirn der transportierenden Person. Diese hatte noch genug Zeit überrascht auszusehen, während eine Kugel bereits durch den Schädelknochen jagte und jedes Leben, welches diese Person eins besessen hatte, unwiederbringlich auslöschte. Die Kugel trat aus dem Hinterkopf wieder aus und zerschmetterte den Spiegel dahinter. Wunderbar, dachte sich der Matrose. Konnte er sich die zweite Kugel sparen. Ohne zu überlegen hastete Ahab gegen die Tür, die unter seiner Wucht zersplitterte. Er war nicht so naiv zu glauben, dass der Erschossene allein gekommen war. Halb stolpernd trudelte er in den Schankraum, was ihm vermutlich das Leben rettete. Den durch seine ungeschickte Stolperei entkam er der Klinge, die sich nun überhalb von ihm in den Türrahmen bohrte. Innerhalb einer Sekunde überblickte er die Szenerie. Es war niemand mehr am Leben in diesem Raum, den er nicht töten durfte. Seine Gegner hatten den Wirt und alle Besucher sehr leise und erstaunlich schnell in die jenseitige Welt verfrachtet. Blitzschnell drehte er sich halb und stieß sich mit den Füßen ab. Sein Revolver kam mit dieser Drehung unter der Achsel des Schwertkämpfers vor ihm zum Ruhen. Er schoß zweimal. Blut spritzte durch den Raum, als der gedungene Mörder mit einem Schrei zurücktaumelte. Wenn er nicht starb, würde er niemals wieder ein zweihändiges Schwert halten können. Ahab prallte auf den Boden und hörte einen Schuss, der sich ins Holz der Theke über ihm bohrte. Er wandte den Blick und sah zwei weitere Söldner, die ihre Waffen in seine Richtung rissen. Er ließ ihnen keine Zeit und nutzte seine ernorme Geschwindigkeit, die er trotz seines Zustandes noch hatte, um seine eigene Waffe in ihre Richtung zeigen zu lassen. Wieder schoss er zweimal. Die erste Kugel traf präzise zwischen die Augen des rechten Mannes, der zusammenbrach. Die zweite war jedoch schlecht gezielt und verwundete den zweiten Mann lediglich an der Schulter. Wenigstens entlud sich die Waffe seines Feindes nun gen Decke, als dieser von der Wucht der Kugel umgerissen wurde. Ahab sprang auf. Bisher lief es gut. Er durfte nur nich seine Macht anwenden. Dieser Gedanke kam ihm jedes Mal, wenn er in Situationen wie dieser war. Hektisch wandte er sich um. Es musste wenigstens noch ein Feind hier sein. Eben hatte er hinter dem Thresen gestanden, doch schien der Mann die Zeit genutzt zu haben, sich zu verstecken. Schlecht für den Matrosen. Einen kurzen Atemzug wartete er noch, dann duckte er sich hinter einem Tisch. Kurz wunderte sich sein Verstand, dass grade in einer dieser billigen Kneipen noch so viel echtes Holz zu finden war. Normalerweise mochte er die Überreste der alten Welt. Doch heute wäre ihm ein einfacher Stahltisch lieber gewesen. Der hätte wenigstens nicht so einfach Kugeln durchgelassen. Hektisch lud er nach, halbwegs davon überzeugt jeden Moment einen Schuss in den Rücken zu bekommen.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 5. Oktober 2011
Erster Teil
Es war dunkel, in dem niedrigen Abwasserkanal, durch den Samira geduckt schleichen musste, um zu ihrem Ziel zu gelangen. Feucht war es auch und es stank schwindelerregend. Sie konnte sich nicht vorstellen, was es hieß, hier arbeiten zu müssen, wie die Kanalarbeiter des Senats. Scheiße stinkt auch von reichen Ärschen. Schoss es ihr durch den Kopf. Ganz sacht musste sie schmunzeln, ehe sie weiterstapfte. Bei jedem ihrer Schritte schmatze es saftig, sodass sich Samiras Magen beinahe dem entledigt hätte, was sie sich diesen Abend zum Essen hatte leisten können. Mühsam unterdrückte sie den Würgereflex. Der Fraß war zu teuer, als das ich ihn jetzt mit dem Dreck der Stadt mische. Wie jedesmal, wenn sie einen gefährlichen Bruch plante, ass sie zuvor etwas gutes, sofern sie es sich leisten konnte. Jedes Mal konnte es ihr letztes Mal sein. Da wollte sie nicht mit dem üblichen Gossenfraß vor den Augen sterben. Zwei Schritte weiter, stieß Ihr Kopf mit einem herabhängenden Stein zusammen und die Tränen schossen ihr in die Augen. „Zur Zweigesichtigen in die Hölle.“ Fluchte sie leise vor sich hin und rieb die schmerzende Stelle direkt über dem linken Auge. Hier ist es so finster wie in einem Riesenarsch. Immer noch grummelnd nahm sie einen kleinen flachen Stein aus der Tasche und fühlte über die zwei Rillen auf seiner Oberseite. Was solls. Ehe ich mich verirre gehe ich das Risiko ein. Einen kurzen Moment überlegte sie, den Fokus aufzusparen und stattdessen direkt das Netz anzuzapfen um den Zauber zu wirken, doch das Risiko war ihr zu groß. Zwar musste, um sie zu finden, genau in dem Moment ein anderer Magier das Netz überwachen, in etwa in ihre Richtung schauen und dann noch begreifen, das sie unter der Erde war. Doch schließlich gab den Ausschlag, das erst gestern zwei ihrer Freunde von den Jägern gefunden und registriert wurden. Das Risiko werde ich nicht eingehen. Kurz schloss sie die Augen, was bei der hiesigen Finsterniss zwar keinen Unterschied machte, aber so konnte sie sich besser konzentrieren. Nur zwei kurze Silben verließen ihren Mund. In der Sekunde erglühte der Fokus kurz, ehe direkt vor Samira eine kleine Flamme direkt in der Luft erschien. Sie atmete aus und öffnete die Augen nur langsam. Ihre Augen waren zu sehr an die Dunkelheit gewöhnt und begannen beinahe sofort wieder zu tränen. Hölle... Sie schüttelte leicht den Kopf und befahl die Flamme mit einem Wink ihrer Hand hinter sich. Irgendwann lerne ich einen Spruch um meine Augen Lichtunempfindlich zu machen. Dachte sie, ehe sie weiterschlich und nun wenigstens etwas sehen konnte.

... link (0 Kommentare)   ... comment