... newer stories
Freitag, 23. November 2012
Science fiction
spintop, 16:06h
Mit Müh und Not rettete er sich in den Raum und knallte mit der Faust auf den Türschließer. Viel zu langsam reagierte die Tür, seinem Geschmack nach. Aber sie schloß sich und er konnte mit einem Schuss den Machanismus zerstören. Seine Waffe glühte förmlich. Die letzte Stunde hatte er vergeblich versucht mit der 8. Wachmannschaft die Eindringlinge davon abzuhalten, Sektion 2b einzunehmen.Korridor um Korrido und Raum um Raum war an sie verloren gegangen. Schließlich zersprlitterten die Reste der 8. und er musste sich allein retten. Seine Waffe hatte keine ruhige Sekunde mehr gehabt, während er Lasersalve auf Lasersalve seinen Feinden entgegen geschickt hatte. Doch er hatte überlebt. Das war es letzlich worauf es ihm ankam. Jetzt musste er schauen, wie er weiterkam. Draußen wurden Geräusche lauter. Scheinbar hatten seine Feinde mitbekommen, wohin er sich gerettet hatte. Das Zerstören der Tür würde ihm nicht viel Zeit geben. Hastig wischte er sich den Schweiß von den Augen und schaute sich um. Es war ein größerer Lagerraum, typisch für die Sektion 2b. Sie war eine Untersektion der Werkstätte und Haupt- Lagerräume, Sektion 2. Wie die Sicherheitsstandarts forderten, müsste auch hier ein ausreichendes Belüftungssystem vorhanden sein. Ein Fluchtweg also. Ein dumpfer Schlag hinter ihm, ließ die Tür erzittern. Vielleicht hatte er noch viel weniger Zeit als er gedacht hatte. Zügig machte er sich daran, einen Einstieg zu finden. Elende Crom. Er wusste nicht, warum sie eine neutrale Handelsstation angriffen, die nichts, aber auch rein gar nichts mit diesem Krieg zu tun hatte. Er fand den Einstieg und versuchte krampfhaft das Gitter zur Seite zu ziehen, während die dumpfen Schläge hinter ihm häufiger wurden. Vor zwei Tagen war eine Flotte von ihnen aufgetaucht und hatte ihrer Station ein Ultimatum gestellt. 2 Stunden für eine Kapitulation. Lächerlich. Er riss nun schon beinahe verzweifelt an dem Gitter. Dicke Aderns zeichneten sich auf seinen Unterarmen ab. Die Crom wussten das die Menschheit keine Schiffe erübrigen können würden, um eine Handelsstation zu schützen. Oder wieder zu befreien. Vermutliche waren die zwei Stunden überhaupt nur eine List gewesen. Nur Sekunden nach ihrem Ablauf war die Komunikation der Station ausgefallen. Jemand musste sich in den zwei Stunden vorher heimlich Zugang zur Sektion 1C besorgt haben, um dann direkt zuschlagen zu können. Endlich hörte er ein leises Knirschen von dem Gitter und verdoppelte seine Anstrengungen nochmal. Dann hatten die freindlichen Schiffe mit dem Beschuss begonnen. Zahllose von ihnen hatten das mit ihrer Zerstörung bezahlt. Auch wenn Assault 2000 eine Handelsstation war, war sie beeindruckend bewaffnet. Zwar konnte sich niemand erklären warum genau in einer verlassenen Gegend wie der ihrigen, aber es hatte sich als ernormer Vorteil gezeigt. Die Crom konnten zwar nicht aufgehalten werden, hatten aber so viele Verluste hinnehmen müssen, dass die Einnahme der Station ein schwierigeres Unterfangen sein musste als geplant. Letzlich kannte er die Pläne der Crom natürlich nicht, ausser das sie jeden töteten, der ihnen im Weg stand. So wie er. Mit einem Ruck riss die Befestigung des Gitters und er fiel nach hinten, vom Schwung mitgetragen. Er war Valentin. Ein Abenteurer und Entdecker, der nur zufällig auf dieser Station war, als die Crom auftauchten. Er hatte zwar nicht viel für die Menschen übrig, aber für seine eigne Haut und hatte sich deswegen dazu entschlossen, dem Aufruf des Sicherheitschefes zu folgen und die Waffe gegen die Crom zu erheben. Ein schlechter Plan. Dachte er so im Nachhinein. Die Sicherheitsmannschaften der Station waren leider nicht viel mehr als das. Wachmänner. Er schnaubte und rappelte sich auf. Beständig waren sie zurückgedrängt worden. Zwar machten sie den Crom das Leben schwer, aber bisher hatten sie nur Niederlagen einstecken müssen. Inzwischen gehörte beinahe die Hälfte der Station dem Feind. Mühsam quetschte er sich in den Belüftungsschacht. Seine Kampfrüstung schränkte ihn ein wenig in seiner Bewegungsfreiheit ein. Es war eine menschliche Kampfrüstung. Man konnte ihnen viel vorhalten, aber von Technik verstanden sie etwas. Und das, obgleich sie erst seit knapp einhundert Jahren mit Weltraumtechnologie in Berühung sind. Es waren nur wenige Meter, die er kriechen musste. Den Göttern sei dank, hatte er sich kurz vor dem Gefecht über alles wichtige Informiert. Zum Beispiel auch, über die groben Belüftungssysteme. Hinter ihm, in dem Raum den er grade verlassen hatte, explodierte etwas. Er beschleunigte sein Kriechen und griff noch währenddessen an eine versteckte Tasche seiner Rüstung und holte eine Massengranate heraus. Er erreichte einen Sammelraum, in den die Luft geführt wurde und in welchem die grobe Reinigung des Sauerstoffes stattfand. Ein rötlicher Strahl traf seine rechte Wade beim aufstehen. Ein gleißénder Schmerz durchzuckte sein Bein. Unter lautem Fluchen warf er die Granate in den Schacht, den er grade verlassen hatte und duckte sich hinter eine Ecke. Keine richtige Explosion, aber ein sehr lautes Geräusch drang aus dem Schacht, welcher nur Sekundenbruchteile danach in sich zusammenfiel. Eine Massengranate nutze keine chemische Reaktion um Zerstörung hervorzurufen, sondern versetzte in einer schlagartigen Druckwelle bestimmte Teilchen um sich herum um ca. 1 Meter nach hinten. Eine monströse Erfindung... wieder von den Menschen. Valentin setzte sich wieder auf und nahm sich kurz die Zeit nach seinem Bein zu schauen. Durch den Schacht würde ihm erstmal niemand folgen. Der Strahl war nicht durch die Rüstung geschlagen. Lediglich das weiße Material war angeschwärzt und ein wenig verzogen. Er seufzte. Viel würde sie nicht mehr aushalten. Die innere Integrität dürfte inzwischen schon kurz vor dem Zerfall sein. Er schnaubte belustigt und stand wieder auf. Kurz überprüfte er sein Gewehr, dann begann er die große Maschine vor ihm zu ersteigen. Er musste nach oben fliehen, wenn er die Eben verlassen wollte. Alle anderen Leitungen waren inzwischen hoffentlich versiegelt. Und irgendwo anders in die Sektion zu gehen, machte keinen Sinn. Er schaute nach oben und öffnete seinen Helm. Die Temperatur auf der gesamten Station war inzwischen um mehrere Grad gestiegen. Das hatten die Crom verursacht, als sie die Lebenserhaltung erobert hatten. Es war ihnen angenehmer. Er schulterte seine Waffe und begann zu klettern. Im oberen Drittel war die Maschine spitzer und bot keinen festen Halt mehr zum stehen. Je näher er der Decke kam, desto öfter lauschte er. Er brauchte etwas Glück. Wenn das Schicksal nämlich gegen ihn spielte, hatten die Crom Sektion 2 schon komplett erobert und er würde mitten zwischen ihren Beinen aus dem Boden steigen. Kurz schüttelte er sich. Keine angenehme Vorstellung.
... link (0 Kommentare) ... comment
... older stories