Mittwoch, 5. Oktober 2011
Erster Teil
Es war dunkel, in dem niedrigen Abwasserkanal, durch den Samira geduckt schleichen musste, um zu ihrem Ziel zu gelangen. Feucht war es auch und es stank schwindelerregend. Sie konnte sich nicht vorstellen, was es hieß, hier arbeiten zu müssen, wie die Kanalarbeiter des Senats. Scheiße stinkt auch von reichen Ärschen. Schoss es ihr durch den Kopf. Ganz sacht musste sie schmunzeln, ehe sie weiterstapfte. Bei jedem ihrer Schritte schmatze es saftig, sodass sich Samiras Magen beinahe dem entledigt hätte, was sie sich diesen Abend zum Essen hatte leisten können. Mühsam unterdrückte sie den Würgereflex. Der Fraß war zu teuer, als das ich ihn jetzt mit dem Dreck der Stadt mische. Wie jedesmal, wenn sie einen gefährlichen Bruch plante, ass sie zuvor etwas gutes, sofern sie es sich leisten konnte. Jedes Mal konnte es ihr letztes Mal sein. Da wollte sie nicht mit dem üblichen Gossenfraß vor den Augen sterben. Zwei Schritte weiter, stieß Ihr Kopf mit einem herabhängenden Stein zusammen und die Tränen schossen ihr in die Augen. „Zur Zweigesichtigen in die Hölle.“ Fluchte sie leise vor sich hin und rieb die schmerzende Stelle direkt über dem linken Auge. Hier ist es so finster wie in einem Riesenarsch. Immer noch grummelnd nahm sie einen kleinen flachen Stein aus der Tasche und fühlte über die zwei Rillen auf seiner Oberseite. Was solls. Ehe ich mich verirre gehe ich das Risiko ein. Einen kurzen Moment überlegte sie, den Fokus aufzusparen und stattdessen direkt das Netz anzuzapfen um den Zauber zu wirken, doch das Risiko war ihr zu groß. Zwar musste, um sie zu finden, genau in dem Moment ein anderer Magier das Netz überwachen, in etwa in ihre Richtung schauen und dann noch begreifen, das sie unter der Erde war. Doch schließlich gab den Ausschlag, das erst gestern zwei ihrer Freunde von den Jägern gefunden und registriert wurden. Das Risiko werde ich nicht eingehen. Kurz schloss sie die Augen, was bei der hiesigen Finsterniss zwar keinen Unterschied machte, aber so konnte sie sich besser konzentrieren. Nur zwei kurze Silben verließen ihren Mund. In der Sekunde erglühte der Fokus kurz, ehe direkt vor Samira eine kleine Flamme direkt in der Luft erschien. Sie atmete aus und öffnete die Augen nur langsam. Ihre Augen waren zu sehr an die Dunkelheit gewöhnt und begannen beinahe sofort wieder zu tränen. Hölle... Sie schüttelte leicht den Kopf und befahl die Flamme mit einem Wink ihrer Hand hinter sich. Irgendwann lerne ich einen Spruch um meine Augen Lichtunempfindlich zu machen. Dachte sie, ehe sie weiterschlich und nun wenigstens etwas sehen konnte.

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