Sonntag, 15. April 2012
Ein neuer Anfang
spintop, 19:46h
Er hätte nicht gedacht, das es einmal hier enden würde. Müde rieb er sich die Augen, ehe er es wagte sich umzuschauen. Nicht das die Umgebung sonderlich viel Abwechslung bieten würde, die wenigsten Kerker taten das, aber sein Innerstes schien die Hoffnung nicht aufgeben zu wollen. Graue, zumeist durch die Jahre verwitterte, Steine bildeten die Wände. Grob behauen und hier und da mit Einritzern versehen, die Er inzwischen allesamt bereits kannte. Ein schmales, vergittertes Fenster knapp unter der Decke, an das er lediglich herankam wenn er sich an dem schmalen Sims hochzog. Leider bildete die Aussicht aus diesem Fenster auch nur die Abwechslung eines kaum benutzten, schmutzigen Hinterhofs. Nicht der Mühe wert, hatte er irgendwann festgestellt. Und schlussendlich die Kerkertür. Rostiges Eisen, mit Nieten versehen und auch hier mit einem kleinen Guckfenster, das allerdings von aussen aufgezogen werden musste. Was nicht sonderlich häufig geschah. Beinahe belustigt schnaubte er. Dabei war dieses... Zimmer noch eins der besten in der Festung. Er war niemand besonderes. Ein einfacher Dieb, der das Pech gehabt hatte, erwischt zu werden. Daher hatte niemand einen Sinn darin gesehen, ihm ein besonderes Zimmer zu geben, oder mehr als äusserst gelegentlich hereinzuschauen, ob er noch da war.
Tief atmete er durch. Immerhin war er gewarnt worden. Seine Kollegen hatten ihm immer gesagt, das Diebe nun mal nicht damit rechnen sollten, sonderlich alt zu werden. Die meisten von ihnen endeten irgendwann erst hier und dann am Strick. Vor allem dann, wenn sie sich so dumm verhielten, wie er das getan hatte. Wieder atmete er durch und erhob sich mühselig von seiner Lagerstatt. Anhand des Lichtes, welches durch das schmale Fenster fiel, vermutete er, das es bereits später Abend war. Es war gleichgültig. Nichts hier drin bietete Abwechslung, gleich wann er aufstand. Nicht einmal das Essen kam in irgendwelchen regelmäßigen Abständen. Vielleicht brauchte er eigentlich gar nicht mehr aufwachen. Mühselig schüttelte er den Kopf und ließ sich auf Hände und Beine nieder. Sowas brauchte er nicht denken. Das führte nur in eine Richtung die nicht gut war. Irgendwann befiel das jeden, munkelten die Alten. Die wenigen Diebe, die nicht gehängt wurden, sondern nach Jahren der Gefangenschaft es einfach nicht mehr wert waren, aufgehoben zu werden. Sie wurden tatsächlich frei gelassen. Doch ob damit überhaupt irgendwem ein Gefallen getan ist, sei mal dahingestellt. Niemand ist mehr bei klarem Verstand, wenn man erstmal lange Zeit mit sich allein war. Wie dem auch sei. Die Alten sprachen immer davon, dass einem Eingesperrten solche Gedanken zwangsläufig kamen. Selbstmord. Irgendwann wurde das Aufstehen einfach zu mühselig. Man sah keinen Sinn mehr darin, etwas zu tun. Tag ein, Tag aus geschah nichts. Man verlor sein Zeitgefühl. Das Leben zieht an einem vorbei und man merkt es nicht mal. Die Hoffnung schwindet mit jeder Stunde ein wenig mehr. Meist können die Alten noch stundenlang solche und ähnliche Sprüche von sich geben. Damals hatte er sie zwar nicht abgetan, aber sie waren einfach zu abstrakt, als das er sie hätte nachvollziehen können. Zudem, wie gesagt, hatte er nie damit gerechnet hier einmal zu sitzen und ganz ähnliche Probleme zu haben. Jetzt wusste er es besser. Während er eine Liegestütze machte, er versuchte immerzu irgendwas zu tun. Beschäftigung war wichtig. Zumindest schaffte er es, sich selbst das Gefühl zu geben, das dies der Weg war, solchen Gedanken zu entkommen. Seine Gedanken schweiften ab, während sein Körper die selbst auferlegten Übungen von sich aus bereits absolvieren konnte.
Wo war der Fehler gewesen? Wie ein Mantra, stellte er sich diese Frage immer wieder. Sein Plan war gut durchdacht, exakt ausgeführt und vorbildlich abgeschlossen gewesen. Es konnte keine undichten Stellen geben, keine Kollegen die ihn hätten verraten können und erst Recht hatte er keine Spuren hinterlassen, die Rückschlüssen auf ihn zugelassen hätten. Der einzige andere, der von seinem Vorhaben wusste, war sein Hehler, Frederic, gewesen. Ein notwendiges Übel, immerhin wollte er das Ding hinterher auch los werden. Allerdings glaubte er nicht, das Frederic ihn verraten hatte. Nicht weil er ihm vertraute, aber weil sein Hehler einfach nichts von dem Plan wusste. Nur was er stehlen wollte. Mehr nicht.
Tief atmete er durch. Immerhin war er gewarnt worden. Seine Kollegen hatten ihm immer gesagt, das Diebe nun mal nicht damit rechnen sollten, sonderlich alt zu werden. Die meisten von ihnen endeten irgendwann erst hier und dann am Strick. Vor allem dann, wenn sie sich so dumm verhielten, wie er das getan hatte. Wieder atmete er durch und erhob sich mühselig von seiner Lagerstatt. Anhand des Lichtes, welches durch das schmale Fenster fiel, vermutete er, das es bereits später Abend war. Es war gleichgültig. Nichts hier drin bietete Abwechslung, gleich wann er aufstand. Nicht einmal das Essen kam in irgendwelchen regelmäßigen Abständen. Vielleicht brauchte er eigentlich gar nicht mehr aufwachen. Mühselig schüttelte er den Kopf und ließ sich auf Hände und Beine nieder. Sowas brauchte er nicht denken. Das führte nur in eine Richtung die nicht gut war. Irgendwann befiel das jeden, munkelten die Alten. Die wenigen Diebe, die nicht gehängt wurden, sondern nach Jahren der Gefangenschaft es einfach nicht mehr wert waren, aufgehoben zu werden. Sie wurden tatsächlich frei gelassen. Doch ob damit überhaupt irgendwem ein Gefallen getan ist, sei mal dahingestellt. Niemand ist mehr bei klarem Verstand, wenn man erstmal lange Zeit mit sich allein war. Wie dem auch sei. Die Alten sprachen immer davon, dass einem Eingesperrten solche Gedanken zwangsläufig kamen. Selbstmord. Irgendwann wurde das Aufstehen einfach zu mühselig. Man sah keinen Sinn mehr darin, etwas zu tun. Tag ein, Tag aus geschah nichts. Man verlor sein Zeitgefühl. Das Leben zieht an einem vorbei und man merkt es nicht mal. Die Hoffnung schwindet mit jeder Stunde ein wenig mehr. Meist können die Alten noch stundenlang solche und ähnliche Sprüche von sich geben. Damals hatte er sie zwar nicht abgetan, aber sie waren einfach zu abstrakt, als das er sie hätte nachvollziehen können. Zudem, wie gesagt, hatte er nie damit gerechnet hier einmal zu sitzen und ganz ähnliche Probleme zu haben. Jetzt wusste er es besser. Während er eine Liegestütze machte, er versuchte immerzu irgendwas zu tun. Beschäftigung war wichtig. Zumindest schaffte er es, sich selbst das Gefühl zu geben, das dies der Weg war, solchen Gedanken zu entkommen. Seine Gedanken schweiften ab, während sein Körper die selbst auferlegten Übungen von sich aus bereits absolvieren konnte.
Wo war der Fehler gewesen? Wie ein Mantra, stellte er sich diese Frage immer wieder. Sein Plan war gut durchdacht, exakt ausgeführt und vorbildlich abgeschlossen gewesen. Es konnte keine undichten Stellen geben, keine Kollegen die ihn hätten verraten können und erst Recht hatte er keine Spuren hinterlassen, die Rückschlüssen auf ihn zugelassen hätten. Der einzige andere, der von seinem Vorhaben wusste, war sein Hehler, Frederic, gewesen. Ein notwendiges Übel, immerhin wollte er das Ding hinterher auch los werden. Allerdings glaubte er nicht, das Frederic ihn verraten hatte. Nicht weil er ihm vertraute, aber weil sein Hehler einfach nichts von dem Plan wusste. Nur was er stehlen wollte. Mehr nicht.
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