Mittwoch, 11. Juli 2012
spintop, 16:05h
Beinahe lautlos schloß sich das Schott. Die Schritte verklangen und zurück blieb nur jene Szenerie, die einen der Hafenarbeiter für die nächsten Jahre nicht mehr loslassen sollte, nachdem er sie entdeckt hatte. Leise hörte man in der Ferne die Geräusche der Werften und Umladestationen. Irgendwo in der Nähe fiel ein Stück Metall zu Boden und in regelmäßigen Abständen tropfte Blut zu Boden. Langsam füllte sich eine Pfütze auf dem Metall aus dem die Umgebung bestand. Die Leicht lag gut versteckt. Nicht so das sie niemals gefunden werden würde, aber eigentlich ausreichend für die nächsten Stunden, vielleicht sogar Tage. Doch mit dem Hafenarbeiter der seine Pflichten vernachlässigte und seinen Rausch hinter den alten Kisten ausschlafen wollte, hatte der Mörder nicht rechnen können. Der Raum maß kaum zehn Schritt im Quadrat und war ein Abstellraum für übriggebliebene Ladung, mit der niemand etwas anfangen konnte. Metallene Leitungen ragten aus den Wänden, verschlungen sich und verschwanden, irgendetwas transportierend, wieder in anderen Wänden. Licht kam von einer einzigen fluoeszierenden Lampe in drei Meter Höhe. Die Leicht lag in der hintersten Ecke, zugestellt von Kisten und mit einem Messer im Rücken. Der Mann hatte braune Haare gehabt und war athletisch gebaut gewesen, was ihm aber scheinbar nichts gebracht hatte. Kaum zwanzig Minuten nachdem das letzte Leben den Körper verlassen hatte, bewegte sich das Schott erneut. Besagter Hafenarbeiter betrat schwankend den Raum und wankte gegen den ersten Kistenstapel. Natürlich fiel die oberste Kiste nach hinten und ragte in einem Dominoeffekt weitere Stapel um. Leise fluchend wollte der Mann wenigstens schauen ob etwas zu Bruch gegangen war. Aufräumen konnte er auch später noch. Mühsam stieg er über den ersten Haufen und schaute angestrengt in das Zwielicht. Lag dort nicht etwas? Zwischen den Kisten? Der Arbeiter stockte und bewegte sich auf die Lumpen, dafür hielt er es nämlich, zu. War doch eine der Kisten zerbrochen und hatte ihren Inhalt auf dem Boden verteilt? Das wäre gar nicht gut, auch wenn hier nur Schrott eingelagert war. Unter Ächzen hievte der Hafenarbeiter eine der Kisten zur Seite und spürte warme Flüssigkeit an seiner Hand. Ganz leise begann sich in seinem Bauch ein schlechtes Gefühl einzustellen, doch er wusste es nicht richtig zu deuten. Er wuchtete die Kiste zur Seite und schaute auf seine Hand. Der Mann erschrak bis in die Knochen und schaute mit großen Augen auf das, was er dort freigeräumt hatte. Langsam begann er zu zitter und ein Schrei bahnte sich seine Kehle hinauf. Er wankte zurück und stolperte. Unter einem lauten Kreischen fiel er zu Boden und wurde Gott sei dank gehört.
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